Ausgabe September 2005

Saudi-Arabien nach König Fahd

Nicht erst der Tod von König Fahd Anfang August hat Saudi-Arabien in den Mittelpunkt des internationalen Interesses gerückt. Das Land befindet sich schon seit geraumer Zeit in einer tiefen Krise. Was ist das für ein Staat, der in höchstem Maße von westlicher Technologie und amerikanischen Sicherheitsgarantien abhängig ist, aber von tiefstem Antiamerikanismus gepackt zu sein scheint? Der das Taliban-Regime in Afghanistan genauso unterstützt hat, wie er den israelisch-palästinensischen Friedensprozess fördert? Der seinen Frauen das Autofahren verbietet, Männer und Frauen soweit wie möglich separiert und eine Religionspolizei mit der Durchsetzung von Bekleidungsund Verhaltensvorschriften beschäftigt? Der sich selbst, das eigene monarchische System, als Hüterin der heiligen Stätten (des Islam) legitimiert, den Koran zur Verfassung erklärt, den intolerantesten Staatsislam pflegt und verbreitet – und dennoch von bürgerlichen Liberalen verteidigt, aber zum Angriffsziel islamistischer Ultras wird?

Das erste kurze Jahrhundert

Als Ausgangspunkt der Geschichte des modernen Saudi-Arabien gilt allgemein die Eroberung Riads durch den Staatsgründer Abd al-Aziz bin Saud im Jahre 1902; 1999 feierte der saudische Staat deshalb seinen 100. Geburtstag.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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