Ausgabe Januar 2007

Interkulturelle Globalisierung

Für einen neuen Dialog der Kulturen

Vom Kampf der Kulturen bis zum Krieg der Zivilisationen – all jene Begriffe haben heute Konjunktur, die von einem für unausweichlich erklärten kulturellen Konflikt ausgehen. Demgegenüber kann von einem inspirierenden Dialog der Kulturen immer weniger die Rede sein. Das verweist auf eine erschreckende politische Phantasielosigkeit – wie auf das dringende Erfordernis, den interkulturellen Dialog neu auszurichten. Gefordert ist dabei eine Neuausrichtung im doppelten Sinne des Begriffes: Erstens gilt es, den Dialog inhaltlich neu zu orientieren, um ihn dann zweitens auf solcher, neuer Grundlage auch tatsächlich zu betreiben.

Interkulturelle Dialoge finden auf verschiedenen Ebenen statt: ganz hautnah im kommunalen Bereich, auf nationaler und natürlich auf globaler Ebene. Die folgenden Überlegungen beziehen sich auf den globalen Kontext – wohl wissend, dass zwischen allen Ebenen enge Wechselwirkungen bestehen, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach in absehbarer Zukunft noch erheblich vertiefen werden, allein schon infolge von zunehmender Migration und politischen Machtverlagerungen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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