Ausgabe Juni 2007

Frankreich vor der konservativen Revolution

Das gröbere Übel hat also gewonnen. Doch das war abzusehen, ein Zufall ist es keineswegs. Es ist Nicolas Sarkozy erfolgreich gelungen, als Kandidat der Dynamik und der Bewegung zu erscheinen – auch in den Augen vieler Menschen aus den sozial schwächeren Schichten. Demgegenüber erschien das Bündnis der „Mitte“ aus rechten Sozialund gemäßigten Christdemokraten, aus Ségolène Royal und François Bayrou, das sich in den letzten Wochen herauszuschälen begann,1 als Partei des Konservatismus, des Weiter-So. So konnte es in den Wochen vor der Wahl durchaus passieren, auf einer Party den einzigen „Proleten“ und Schwarzen unter den Gästen sagen zu hören, er wähle Sarkozy, weil der zumindest „was bewegen“ wolle – während die „Gauche Caviar“, die Schicki-Micki-Linke, bis zum Ende auf Royal oder Bayrou abonniert war.

Tatsächlich hat Sarkozy reale Umwälzungen angekündigt. Und im Gegensatz zu den Vagheiten im Wahlkampf Ségolène Royals darf man wohl auch darauf vertrauen, dass Sarkozy seine Worte in die Tat umsetzen will. Er wird versuchen, alle oder jedenfalls viele seiner „Versprechungen“ wahr zu machen. Die französische Gesellschaft wird in fünf Jahren anders aussehen als heute.

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Aktuelle Ausgabe Dezember 2020

Joe Biden heißt der Sieger dieser historischen US-Präsidentschaftswahl. In der Dezember-Ausgabe beleuchten die Politikwissenschaftler Peter Beinart und Albena Azmanova, der Ökonom Marshall Auerback sowie die Journalistin Elaine Godfrey die Gründe für Trumps Niederlage sowie die gewaltigen Herausforderungen, vor denen der designierte Präsident und dessen Partei stehen. Die Ökonomin Mariana Mazzucato plädiert dafür, in der Coronakrise die Weichen für die Schaffung einer inklusiveren und nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu stellen. »Blätter«-Redakteurin Annett Mängel legt dar, wie eine resonanzstarke Minderheit von Ärzten die Pandemie verharmlost und so den Coronaleugnern in die Hände spielt. Und die Journalistin Cinzia Sciuto sowie der Philosoph Pascale Bruckner plädieren für einen deutlich kritischeren Umgang mit dem Islamismus – gerade seitens der Linken.

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