Ausgabe April 2009

Südafrika: Kampf um die Frauenrechte

Am 22. April 2009 finden in Südafrika Parlamentswahlen statt. Dabei geht es nicht zuletzt um zentrale frauenpolitische Weichenstellungen. Dreh- und Angelpunkt ist die Frage, ob und wie die bisherige Gleichstellungspolitik weiterverfolgt wird. In diesem Zusammenhang wird entscheidend sein, welche Maßnahmen die nächste Regierung zur Bewältigung der grassierenden sexuellen Gewalt und der hochschnellenden HIV-/Aids-Raten ergreifen wird.

Seit Jahren zählt das Land am Kap zu den Spitzenreitern der international vergleichenden Gewaltstatistiken. Das betrifft neben Morden und Raubüberfällen insbesondere die geschlechtsspezifische Gewalt. Allein im Jahr 2007 wurden offiziell mehr als 52 000 Vergewaltigungen registriert. Dabei liegt die Dunkelziffer noch weitaus höher, da vorrangig Vergewaltigungen junger Mädchen und Kinder erfasst werden. Täter aus dem sozialen Umfeld oder namentlich bekannte Bandenmitglieder werden oft nicht angezeigt, weil die Betroffenen deren Rache fürchten. Auch erstatten viele erwachsene Gewaltopfer keine Anzeige, da sie vermeiden wollen, von den staatlichen Institutionen für die Übergriffe selbst verantwortlich gemacht und gedemütigt zu werden. Denn trotz anderslautender Vorschriften lassen sich etliche Polizisten und Richter von ihren sexistischen Einstellungen leiten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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