Ausgabe März 2010

Ende eines Jahrhundertmythos?

Ketzerische Gedanken über Vergangenheit und Zukunft des Sozialismus

Zum 70. Geburtstag von Rudi Dutschke (7. März 1940 – 24. Dezember 1979)

Vor 20 Jahren haben die osteuropäischen Völker „ein Jahrhundert abgewählt“ (Timothy Garton Ash). Das „Gespenst des Kommunismus“, das zu Zeiten von Marx und Engels „in Europa umging“, ging innerhalb weniger Monate unter – wobei der triumphale Sieg von Helmut Kohls „Allianz für Deutschland“ bei den letzten DDR-Volkskammerwahlen im März 1990 nur einen Zwischenakkord darstellte.

„Was bleibt vom Sozialismus?“, fragten sich seither all jene, für die dieser Begriff nicht nur ein Weltbild konstituiert hat, das jetzt in Scherben lag, sondern auch ein bestimmendes Element ihrer politischen Biographie und Arbeit gewesen ist. Für die „Sieger” im Systemkampf und ihr multimediales Dienstpersonal war die Antwort dagegen klar: Man kann den Sozialismus abschreiben. Mit den „real existierenden Sozialismen” habe sich, verkündeten sie, auch Idee, Utopie, Ethik, Menschenbild und Programm des Sozialismus für alle Zeiten erledigt.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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