Ausgabe November 2011

Der neueste Stillstand in Nahost

Dass die historische Rede des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, mit der dieser am 23. September die offizielle Anerkennung Palästinas als Staat und UN-Mitglied beantragte, auf entschiedene Ablehnung des israelischen Regierungschefs stoßen würde, war bereits vorher klar. Und dennoch war dessen rüde Verurteilung dieses angeblich „absurden Theaters“ in der „Halle der Finsternis“ namens UNO von erstaunlicher Inkonsequenz: Schließlich war es erst die zionistische Besiedelung und Staatsgründung gewesen, die auch unter den Palästinensern das nationalstaatliche Programm mit unwiderstehlicher Macht durchgesetzt hatte.

Die anschließend bekanntgegebene Absicht Benjamin Netanjahus, den Bau weiterer 1100 Wohneinheiten in Ostjerusalem zu erlauben, hat daher nicht nur die US-amerikanische, weiter treu an der Seite Israels stehende Regierung zu Recht erbost. Dabei wurde mit dieser israelischen Erklärung nur beglaubigt, was alle wissen und wider besseres Wissen verschweigen: Die Regierung Netanjahu will weder Frieden noch einen palästinensischen Staat, sondern glaubt, die Sache noch 10 bis 15 Jahre lang aussitzen zu können und damit tatsächlich irreversible Fakten zu schaffen.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Dezember 2020

Joe Biden heißt der Sieger dieser historischen US-Präsidentschaftswahl. In der Dezember-Ausgabe beleuchten die Politikwissenschaftler Peter Beinart und Albena Azmanova, der Ökonom Marshall Auerback sowie die Journalistin Elaine Godfrey die Gründe für Trumps Niederlage sowie die gewaltigen Herausforderungen, vor denen der designierte Präsident und dessen Partei stehen. Die Ökonomin Mariana Mazzucato plädiert dafür, in der Coronakrise die Weichen für die Schaffung einer inklusiveren und nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu stellen. »Blätter«-Redakteurin Annett Mängel legt dar, wie eine resonanzstarke Minderheit von Ärzten die Pandemie verharmlost und so den Coronaleugnern in die Hände spielt. Und die Journalistin Cinzia Sciuto sowie der Philosoph Pascale Bruckner plädieren für einen deutlich kritischeren Umgang mit dem Islamismus – gerade seitens der Linken.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema