Ausgabe Dezember 2014

Die Welt als Wüste

Wie Nestlé & Co. uns das Wasser abgraben

Jahr für Jahr kommen mehr Menschen durch verseuchtes Wasser als durch Gewalttaten zu Tode, Kriege eingeschlossen. Etwa 3,6 Millionen Menschen, darunter 1,5 Millionen Kinder, sterben alljährlich an Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden: Durchfall, Typhus, Cholera, Ruhr. Eine Milliarde Menschen verrichten ihre Notdurft immer noch im Freien, und 2,5 Milliarden Menschen müssen ohne die einfachsten Sanitäreinrichtungen auskommen. Bis 2030 werden möglicherweise mehr als 5 Milliarden Menschen – annähernd 70 Prozent der Weltbevölkerung – ohne ausreichende sanitäre Einrichtungen sein. Der fehlende Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ist das vielleicht größte Menschenrechtsproblem unserer Zeit, jedenfalls wenn man nach der Zahl der Betroffenen geht.

Am 28. Juli 2010 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen daher eine historische Resolution, die den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung als ein Menschenrecht anerkennt, „das unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist“. Dies war ein großer Augenblick für mich und alle, die an diesem Tag von der Zuschauertribüne aus die Generalversammlung verfolgten. Eine Reihe einflussreicher Staaten hatte sich gegen die Resolution ausgesprochen, weshalb eine Abstimmung nötig geworden war.

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