Ausgabe Juli 2014

Nationaler Sozialismus

Durch den Ukraine-Konflikt und seine ideologischen Eruptionen, etwa bei den aufkommenden Montagsdemonstrationen, fühlt man sich an erstaunliche Phänomene der deutschen Geschichte erinnert, insbesondere an das Konzept der Querfront, sprich: die völkische Verbindung zwischen radikalen Rechten und Linken gegen den liberalen Westen. Da trifft es sich gut, dass soeben eine wegweisende Biographie Arthur Moeller van den Brucks (1876-1925) erschienen ist, eines, wenn nicht des Vordenkers dieser Strömung.

An allgemeinen Abhandlungen über die „Konservative Revolution“ gibt es seit Armin Mohlers Standardwerk keinen Mangel. Allerdings leiden sie meist darunter, dass sich ihre höchst komplexen Protagonisten nur schwer unter eine politisch-ideologische Einheit subsumieren lassen. Deshalb konzentriert sich Volker Weiß mit Moeller van den Bruck ganz auf eine durchaus faszinierende Schlüsselperson, die aber im Dunstkreis ihrer Gesinnungsfreunde, von Edgar Jung und Ernst Jünger über Carl Schmitt bis Oswald Spengler, eher am Rande stand.

Dennoch kann Moeller mit seinen Umdeutungen der Begriffswelt des traditionellen Konservatismus als führender Vertreter der Konservativen Revolution gelten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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