Ausgabe Juli 2014

Nationaler Sozialismus

Durch den Ukraine-Konflikt und seine ideologischen Eruptionen, etwa bei den aufkommenden Montagsdemonstrationen, fühlt man sich an erstaunliche Phänomene der deutschen Geschichte erinnert, insbesondere an das Konzept der Querfront, sprich: die völkische Verbindung zwischen radikalen Rechten und Linken gegen den liberalen Westen. Da trifft es sich gut, dass soeben eine wegweisende Biographie Arthur Moeller van den Brucks (1876-1925) erschienen ist, eines, wenn nicht des Vordenkers dieser Strömung.

An allgemeinen Abhandlungen über die „Konservative Revolution“ gibt es seit Armin Mohlers Standardwerk keinen Mangel. Allerdings leiden sie meist darunter, dass sich ihre höchst komplexen Protagonisten nur schwer unter eine politisch-ideologische Einheit subsumieren lassen. Deshalb konzentriert sich Volker Weiß mit Moeller van den Bruck ganz auf eine durchaus faszinierende Schlüsselperson, die aber im Dunstkreis ihrer Gesinnungsfreunde, von Edgar Jung und Ernst Jünger über Carl Schmitt bis Oswald Spengler, eher am Rande stand.

Dennoch kann Moeller mit seinen Umdeutungen der Begriffswelt des traditionellen Konservatismus als führender Vertreter der Konservativen Revolution gelten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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