Ausgabe Dezember 2017

Malta: Steuerparadies im Mittelmeer

Ob Lux-Leaks, Swiss-Leaks, die Panama Papers oder nun die Paradise Papers: All diese Enthüllungen zeigen, wie nicht nur Kriminelle, sondern auch Politiker, Millionäre und vor allem international tätige Konzerne ihre Steuerzahlungen vermindern oder gleich ganz vermeiden. Mehr als 120 Staats- und Regierungschefs und Politiker aus 47 Ländern tauchen in den Paradise Papers auf, aber auch renommierte, global agierende Unternehmen wie Sixt oder Siemens, Allianz oder Bayer. Das verdeutlicht, wie verbreitet und selbstverständlich die Nutzung von Steueroasen noch immer ist.

Und es sind nicht nur ferne Inseln in der Karibik, die Steuerflüchtlinge mit niedrigen Sätzen, komplizierten Firmenkonstruktionen und einer laxen Finanzverwaltung anlocken. Vom nun aufgedeckten systematischen Steuerdumping profitieren auch unsere direkten Nachbarn inmitten der Europäischen Union: allen voran die Niederlande, Großbritannien – und Malta.

In dem kleinen Mittelmeerstaat hat sich die Lage schon seit Jahren zugespitzt. Doch erst kurz vor Veröffentlichung der Paradise Papers rückte ein brutaler Mord das Inselland ins Scheinwerferlicht der Medien: Am 16. Oktober ermordeten Unbekannte die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia mit einer Autobombe. Das Opfer war nicht zufällig gewählt: Galizia war es, die Licht in ein System von Geldwäsche und Korruption auf Malta gebracht hatte.

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