Ausgabe Januar 2017

Unser Mann in Athen

Wenn am 1. Januar 2017 der große griechische Schriftsteller Petros Markaris seinen 80. Geburtstag begeht, kann er auf ein ungemein vielgestaltiges Werk zurückblicken: von Drehbüchern, die er zusammen mit Theo Angelopoulos für dessen Filme entwickelte, und die Fernsehserie „Anatomie des Verbrechens“ über Theaterstücke wie „Fremdgeblieben“ und Erzählungen wie „Balkan-Blues“ bis hin zu scharfsinnigen politischen Essays wie etwa „Finstere Zeiten. Zur Krise Griechenlands“. Am wohl bekanntesten aber ist seine mittlerweile auf zehn Bände angewachsene Romanserie um den knorrig-charismatischen Kommissar Kostas Charitos und dessen Familie, die weit mehr ist als ein Krimi-Ratespiel, sondern ein immer umfassenderes Gesellschaftspanorama.

Richtungsweisend für den jungen Petros Markaris war das „Berliner Ensemble“, das er kurz nach Brechts Tod im August 1956 kennenlernte. Mittlerweile übersetzt er nicht nur Brechts Dramen ins Neugriechische, sondern auch Goethe, Wedekind und selbst Franz Xaver Kroetz. Im Herbst 2017 wird nun die deutsche Übersetzung eines neuen Romans („Offshore“) seiner Charitos-Reihe erscheinen.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema