Ausgabe Januar 2017

Unser Mann in Athen

Wenn am 1. Januar 2017 der große griechische Schriftsteller Petros Markaris seinen 80. Geburtstag begeht, kann er auf ein ungemein vielgestaltiges Werk zurückblicken: von Drehbüchern, die er zusammen mit Theo Angelopoulos für dessen Filme entwickelte, und die Fernsehserie „Anatomie des Verbrechens“ über Theaterstücke wie „Fremdgeblieben“ und Erzählungen wie „Balkan-Blues“ bis hin zu scharfsinnigen politischen Essays wie etwa „Finstere Zeiten. Zur Krise Griechenlands“. Am wohl bekanntesten aber ist seine mittlerweile auf zehn Bände angewachsene Romanserie um den knorrig-charismatischen Kommissar Kostas Charitos und dessen Familie, die weit mehr ist als ein Krimi-Ratespiel, sondern ein immer umfassenderes Gesellschaftspanorama.

Richtungsweisend für den jungen Petros Markaris war das „Berliner Ensemble“, das er kurz nach Brechts Tod im August 1956 kennenlernte. Mittlerweile übersetzt er nicht nur Brechts Dramen ins Neugriechische, sondern auch Goethe, Wedekind und selbst Franz Xaver Kroetz. Im Herbst 2017 wird nun die deutsche Übersetzung eines neuen Romans („Offshore“) seiner Charitos-Reihe erscheinen.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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