Ausgabe April 2020

Gegen den Rollback: Therapiefreiheit auch für Homöopathie

Um Sinn und Unsinn der Homöopathie herrscht ein mittlerweile erbitterter Streit. Aktuell kocht er unter anderem bei den Grünen hoch.[1] Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die Versichertengemeinschaft die Kosten für „alternative“ Medizin tragen soll oder nicht.

Die bestehenden juristischen Vorgaben galten lange als eindeutig: Die „besonderen Therapierichtungen“ – also explizit die anthroposophische Medizin, die Homöopathie und die Phytotherapie – sind in der Bundesrepublik geschützt. Laut dem Fünften Sozialgesetzbuch werden sie von der Kassenmedizin „nicht ausgeschlossen“, und gemäß Arzneimittelgesetz sind bei deren Beurteilung „die Besonderheiten“ dieser Therapierichtungen zu berücksichtigen.

Eine ganz andere „Klarheit“ zeigt sich indes zumeist in der politischen Debatte – nämlich hinsichtlich der Effekte der Homöopathie: Es lasse sich keine Wirksamkeit beweisen, deshalb sei sie unwirksam, heißt es oft.

Dabei muss aber zunächst einmal geklärt werden, was unter Homöopathie zu verstehen ist. Denn die Homöopathie umfasst verschiedene Arten der Behandlung. Diese unterscheiden sich hinsichtlich des Grades der Verdünnung (Hoch- oder Tiefpotenzen), der Mittelwahl (nach homöopathischer Ähnlichkeitsregel oder anhand bewährter Indikationen) und der Verwendung von Einzel- oder Komplexmitteln.

April 2020

Sie haben etwa 19% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 81% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Gesundheitsreform: Die Zeche zahlen die Bedürftigsten

von Ulrike Baureithel

»Historisch« und eine »große Kraftanstrengung«, nannte es Friedrich Merz Ende April unmittelbar nach der Kabinettsklausur, als er mit Gesundheitsministerin Nina Warken die Reform der Gesetzlichen Krankenkasse vorstellte. Gemessen an Warkens Augenpartie stimmt zumindest letzteres für sie.

Erfahrung der Freiheit: Die Kinder von Tschernobyl

von Olga Bubich

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl traf die armen Regionen in Belarus besonders hart. Gut eine Million Kinder aus den verstrahlten Gebieten konnten über humanitäre Programme jahrelang ein paar Wochen in anderen europäischen Ländern verbringen.