Ausgabe Februar 2020

Ausbruch aus der digitalen Knechtschaft?

Wie wir die Technologiemonopole zerschlagen

Der Vorstandsvorsitzende von Facebook, Mark Zuckerberg, vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses in Washington D.C. am 23. Oktober 2019

Bild: imago images / UPI Photo

Wir haben ein Problem mit den Technologie-Giganten. Kurz und bündig bringen es die folgenden Worte von Mark Zuckerberg auf den Punkt: „In vielerlei Hinsicht agiert Facebook mehr wie eine Regierung denn als ein traditionelles Unternehmen. Wir haben eine große Gemeinschaft, und mehr als andere Technologieunternehmen legen wir tatsächlich Richtlinien fest.“ Und in der Tat will Zuckerberg eine Art Obersten Gerichtshof für die Moderation von Inhalten etablieren, er will die Medienwelt mit einem Quasi-Kartell von Verlagen strukturieren und sogar seine eigene Währung auflegen.[1] Doch eine solche Konzentration privater Macht ist schlicht und ergreifend unvereinbar mit der Demokratie.

Wie reagieren die Amerikaner nun auf die Debatte um die Technologie-Giganten und auf die Anmaßung von politischer Macht durch Leute wie Zuckerberg und Konzerne wie Google? Je offensichtlicher es wird, dass das Silicon Valley eine Macht erzeugt, für die es nicht rechenschaftspflichtig ist, desto mehr ändern die Amerikaner ihre Meinung: Zwei Drittel der US-Bürger finden mittlerweile, dass Facebook und Google zum Gegenstand von kartellrechtlichen Untersuchungen werden sollten. Auch in der Politik findet ein Sinneswandel statt. Wir erleben einen kollektiven Lernprozess.

Februar 2020

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Druckausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Oktober 2020

In der Oktober-Ausgabe zeigt der Anthropologe Wade Davis, wie die Corona-Pandemie die gesellschaftlichen Widersprüche der USA offenlegt und ihren Niedergang als Weltmacht beschleunigt. Der Historiker Bernd Greiner porträtiert den einstigen US-Chefstrategen Henry Kissinger und dessen skrupellosen Willen zur Macht. Der Schriftsteller Zafer Şenocak fordert, dass die deutsche Außenpolitik endlich Verantwortung für die kolonialen Verbrechen übernimmt. Die Schriftstellerin Dina Nayeri beschreibt, wie ihre Fluchterfahrung ihre Identität bis heute zutiefst prägt. Und »Blätter«-Mitherausgeber Rudolf Hickel plädiert für soziale Gerechtigkeit bei der Begleichung der gewaltigen Corona-Schulden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema