Ausgabe Juli 2020

Ein neues Amerika

Wie wir das rassistische System abschaffen

Demonstrant*innen in New York City schwenken die US-Flagge mit der Aufschrift "Black Lives Matters", 15.6.2020

Bild: imago images / ZUMA Wire

Die brutale Tötung George Floyds, eines 46jährigen schwarzen Mannes, begangen von vier Polizisten der Stadt Minneapolis, hat einen landesweiten Aufstand entfacht. Diese Proteste lösen Erschütterung, Euphorie, Sorgen, Angst und Solidaritätserklärungen aus. Allein ihr Umfang ist erstaunlich. Überall in den Vereinigten Staaten, in großen wie in kleinen Städten, strömten junge Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft auf die Straßen, Menschen, die die Nase voll haben. Es handelt sich um den größten Aufstand seit den Riots in Los Angeles im Jahr 1992. Die Wut und Erbitterung über rassistische und hemmungslose Polizeigewalt, Machtmissbrauch und sogar Mord brechen sich schließlich Bahn, und zwar landesweit.

Um die Rebellion zu unterdrücken, wurden mehr als 17 000 Nationalgardisten eingesetzt – mehr amerikanische Soldaten, als gegenwärtig im Irak und in Afghanistan stationiert sind. Mehr als 10 000 Menschen wurden verhaftet, mindestens zwölf Menschen getötet (die meisten von ihnen sind männliche Afroamerikaner). Ausgangssperren wurden in mehr als 30 Städten erlassen, darunter New York, Chicago, Philadelphia, Omaha und Sioux City. Von Accra bis Dublin wurden Solidaritätsdemonstrationen organisiert, in Berlin, Paris, London und noch vielen anderen Orten. Und am erstaunlichsten ist wohl, dass die Proteste auch noch Wochen nach dem Tod George Floyds anhielten.

Juli 2020

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