Ausgabe Mai 2020

Indien: Der große Exodus

Ein Mann geht während einer landesweiten Abriegelung, die als Präventivmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus in Allahabad Prayagraj Indien verhängt wurde, an einem Graffiti eines Gemüsehändlers aus Mahabharat vorbei.

Bild: imago images / ZUMA Wire

Weltweit kämpfen Regierungen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. Doch der Umgang mit der Krise unterscheidet sich mitunter stark und erfolgt unter teils äußerst schwierigen Bedingungen – insbesondere in den Ländern des globalen Südens. Wie wirkt sich die Seuche dort aus? Dem widmen sich die folgenden Beiträge von Simone Schlindwein (zu Afrika), Ellen Ehmke (zu Indien), Jessé Souza (zu Brasilien) und Franziska Fluhr (zum Iran). – D. Red.

Es ist der größte Lockdown der Menschheitsgeschichte: Am 24. März verordnete Premierminister Narendra Modi dem indischen Subkontinent eine mehrwöchige Ausgangssperre, die mindestens bis Anfang Mai anhalten soll. Das Ziel: Die Ausbreitung des Coronavirus unter den knapp 1,4 Milliarden Inder*innen aufzuhalten. Offiziell sind bis Mitte April landesweit rund 10 000 Menschen an Covid-19 erkrankt, 300 von ihnen starben. Allerdings dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen. Denn bis Ende März wurden auf dem Subkontinent gerade einmal 35 Covid-19-Tests pro eine Million Einwohner durchgeführt.[1] Aus Sicht von Experten fliegt Indien hinsichtlich der tatsächlichen Ausbreitung von Covid-19 „blind“. Ihren Schätzungen zufolge könnten sich – je nach Szenario – bereits im April bis zu 250 Millionen Inder*innen mit dem Virus infiziert haben.[2] Damit weckt die heutige Pandemie schon jetzt böse Erinnerungen an die „Spanische Grippe“ vor rund einhundert Jahren.

Mai 2020

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