Pakistan gegen Afghanistan: Der vergessene Krieg
Zu den bitteren Erkenntnissen internationaler Politik und Berichterstattung gehört: Unsere Aufmerksamkeit reicht oft nur für eine Großkrise. Das Resultat: vergessene Konflikte überall auf der Welt.
Zu den bitteren Erkenntnissen internationaler Politik und Berichterstattung gehört: Unsere Aufmerksamkeit reicht oft nur für eine Großkrise. Das Resultat: vergessene Konflikte überall auf der Welt.
Westliche Sicherheitsexpert:innen betonen schon länger, der Sahel sei zum globalen Epizentrum dschihadistischer Gewalt geworden. Doch die Entwicklungen dort sind keineswegs so eindimensional, wie dies in der westlichen Öffentlichkeit häufig dargestellt wird.
Vier Jahre nach der Machtübernahme der radikal-islamistischen Taliban steht die internationale Gemeinschaft an einem Wendepunkt, über den kaum jemand spricht: Die anfängliche Isolation des Regimes verwandelt sich in eine faktische Anerkennung.
Die Jugend hat sich inzwischen mehrheitlich auf ein Genre geeinigt, das radikal kann. Rap ist die mit Abstand beliebteste Musikrichtung unter Heranwachsenden. Kein anderes Genre prägt den Alltagsverstand junger Deutscher so stark wie Rap.
Zwei islamistische Anschläge in Deutschland – der tödliche Angriff auf einen Polizisten in Mannheim mit sechs zusätzlichen Verletzten am 31. Mai 2024 sowie der Anschlag in Solingen am 23. August 2024, bei dem drei Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden – haben das Land stark erschüttert.
Oberflächlich betrachtet war 2023 ein hervorragendes Jahr für den indischen Nationalstaat und die Bemühungen von Premier Narendra Modi, das Bild eines aufstrebenden Landes zu zeichnen, das endlich seinen wohlverdienten Platz unter den führenden Nationen einnimmt.
Lassen Sie mich damit anfangen, dass ich Ihnen eine Geschichte erzähle. Es waren einmal zwei Schakale, Karataka, was sich mit Vorsicht übersetzen lässt, und Damanaka, was Wagemut bedeutet.
Der 7. Oktober 2023 wird als schwarzer Tag in die Geschichte eingehen: Der Terrorüberfall der Hamas auf israelische Zivilisten hat unabsehbare Folgen für die Region und vielleicht sogar für das globale Machtgefüge.
Bereits kurz nach dem brutalen Angriff der Hamas am 7. Oktober war klar: Dieser Tag wird als nationales Trauma in die Geschichte Israels eingehen. Israel steht vor einem Dilemma.
Indiens prominente Schriftstellerin Arundhati Roy soll wegen Kritik an der Regierung vor Gericht. Die Zerstörung der Demokratie unter dem Hindu-Nationalisten Modi beschrieb sie in den »Blättern« 11/23.
Kaum ein Staatsstreich in Afrika hat in den letzten Jahren in Politik und Medien derart viel Aufmerksamkeit erregt wie der Militärputsch in Niger am 26. Juli 2023. Mit dem Machtwechsel in Niamey geht der EU nun der „Schlüsselpartner“ im Kampf gegen Dschihadismus und die sogenannte Schleuserkriminalität in der Region verloren.
Seit die Taliban erneut die Macht in Afghanistan übernommen haben, hat sich die Lage der Menschen im Land drastisch verschlechtert. Besonders Frauen und Kinder leiden unter den schlechten humanitären Bedingungen.
Vor 70 Jahren wurde Irans demokratisch legitimierter Premierminister Mohammad Mossadegh aus dem Amt geputscht. Eine Figur, die sich in mancher Hinsicht besser als historischer Bezugspunkt für die heutige Demokratiebewegung eignen würde als der Schah, dessen Herrschaft von manchen jetzt romantisiert wird.
In der Nacht seines Sieges nahmen die Autokorsos kein Ende. Bis drei Uhr morgens dröhnten immer wieder Fahrzeuge mit fahnenschwenkenden jungen Männern und lauter Musik durch das Viertel. Das war nicht nur die Freude über einen Wahlsieg, sondern eine Kampfansage an die Verlierer.
Im westafrikanischen Burkina Faso stürzten Ende September junge Militärs Staatschef Paul-Henri Damiba, der erst im Januar selbst durch einen Militärputsch an die Macht gelangt war. Ähnliches hatte sich zuvor im Nachbarland Mali ereignet. Umso bemerkenswerter ist, dass die Putschist*innen beachtliche Zustimmung in der Bevölkerung genießen.
Gudrun Krämer hat den Deutschen Historikerpreis erhalten. Micha Brumlik lobte ihr Buch als »bestens recherchierte sowie quellengesättigte Sozialgeschichte des modernen Ägyptens, die wie kein anderes Werk die Dialektik eines antimodernen Modernismus vor dem Hintergrund kolonialer Herrschaft bis ins letzte Detail nachzeichnet«.
Das journalistische Recherchezentrum Correctiv in Essen, bekannt unter anderem durch die Aufdeckung der AfD-Spendenaffäre und die Recherchen zum CumEx-Steuerskandal, nutzt seit einigen Jahren immer wieder auch Comics, um die Ergebnisse seiner Arbeit zu verbreiten. Nun ist eine Comic-Biographie über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan erschienen, verfasst und gezeichnet von zwei Exilanten.
Der Abzug der USA und ihrer Verbündeten aus Afghanistan belegen vor allem eines: Zwanzig Jahre nach dem 11. September 2001 ist nicht nur der War on Terror gescheitert, sondern geht auch das amerikanische Jahrhundert zu Ende.
Knapp ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen im April 2022 herrscht in Frankreich eine Stimmung der Anspannung, der Verwirrung, der intellektuellen und politischen Verunsicherung. Alles scheint plötzlich möglich, selbst ein Sieg der rechtsradikalen Marine Le Pen. Daran ändert auch das starke Abschneiden der Volksparteien bei den Regionalwahlen Ende Juni nicht viel, zumal die Kandidaten der Regierungspartei La République En Marche nur schwache Ergebnisse erzielten.
Die Vermengung von Religion, Politik und Wirtschaft prägt heute das Regime des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. In ihm zählen Geld, Gebete und gute Connections. Und die Formel geht auf.
Indiens Scheitern in der Pandemie ist die unvermeidliche Konsequenz der blinden Unterstützung für die anti-intellektuelle Regierung von Narendra Modi bei zwei aufeinanderfolgenden Wahlen. Dies ist das größte moralische Versagen unserer Generation.
Wenn die Bürgerinnen und Bürger des Tschad am 11. April ihren Präsidenten wählen, steht der Sieger bereits so gut wie fest: Aller Voraussicht nach wird dann der derzeitige Staatschef Idriss Déby Itno zum sechsten Mal im Amt bestätigt. Der 68-Jährige ist einer der dienstältesten Regierungschefs Afrikas – und ein treuer Verbündeter Frankreichs im Kampf gegen den Dschihadismus in der Region. Doch das französische Bündnis mit dem Langzeitherrscher ist nicht nur unter demokratischen Gesichtspunkten fragwürdig.
Als vor bald sechs Jahren mehrere muslimische Intellektuelle das „Muslimische Forum Deutschland“ gründeten, gehörte dazu – neben der bekannten Islamwissenschaftlerin und Autorin Lamya Kaddor (siehe deren Beiträge auf www.blaetter.de) – auch ihr Kollege, der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Mouhanad Khorchide.
Eines kann man dem faktischen polnischen Regierungschef Jarosław Kaczyński und den Angehörigen seines Parteienbündnisses nicht vorwerfen: dass sie ihre Ideologie oder ihr Feindbild verheimlichen würden.
Nach der Hinrichtung des französischen Lehrers Samuel Paty, der am 16. Oktober 2020 in einem Vorort von Paris von einem Islamisten enthauptet wurde, wie nach dem ebenfalls mutmaßlich islamistischen Anschlag in Nizza knapp zwei Wochen später mit drei Todesopfern konnte man die Wiederkehr des Immergleichen beobachten: Ungehobelte Rassisten beschuldigen den Islam, eine intrinsisch gewalttätige Religion zu sein, während die Verteidiger vom Dienst, Muslime und Nichtmuslime, ermattet hervorheben, dass „die Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat“.