Ausgabe September 2020

Corona oder: Die Krise als Chance für eine sozial-ökologische Transformation

03.12.2019, DU Duisburg , Demo Demonstration der Mitarbeiter von Thyssen Krupp Steel TKS vor der Hauptzentrale in Duisburg

Bild: imago images / Reichwein

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und ihre globalen Auswirkungen sind Milliarden von Menschen in ihrer Existenz betroffen. Kaum ein Lebens- und Arbeitsbereich blieb davon verschont. Und zu viele – vermeintliche – Gewissheiten wurden über Nacht auf den Kopf gestellt. Das gilt auch und gerade für die über 75 Jahre weitgehend von Kontinuität geprägte Bundesrepublik. Der durch die Pandemie ausgelöste Lockdown gesamter Sektoren führte das Land in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Dabei zeichnet sich die Coronakrise im Vergleich zu den uns bekannten Wirtschaftskrisen durch ein besonderes Spezifikum aus – nämlich durch das Zusammentreffen und sich gegenseitige Verstärken von Angebots- und Nachfragekrisen in den einzelnen Wirtschaftssektoren.

Einerseits erleben wir eine massive Angebotskrise durch die regulative Stilllegung in zahlreichen Sektoren, etwa der Gaststätten, des Kulturbetriebs oder des Einzelhandels, aber auch durch den Ausfall der globalen Lieferketten – etwa der norditalienischen Maschinenbauzulieferer. Damit sind Branchen und Beschäftigte betroffen, die in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie eine Krise dieses Ausmaßes durchleben mussten. Andererseits wurde durch den coronabedingten Abbruch privater Investitionstätigkeit die bereits vor der Pandemie existierende Nachfragekrise in der Industrie erheblich verschärft.

September 2020

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