Ausgabe Februar 2024

Erheben wir Einspruch – gegen den Rechtsruck!

Demonstration gegen Rechtsextremismus und die AfD auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag in Berlin, 21.1.2024 (IMAGO / David Weyand)

Bild: Demonstration gegen Rechtsextremismus und die AfD auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag in Berlin, 21.1.2024 (IMAGO / David Weyand)

Die Undercover-Recherche von Correctiv hat öffentlich gemacht, was im Grunde keine Neuigkeit ist: Im einschlägig bekannten Landhotel Adlon in Potsdam trafen radikale Rechte und AfD-Funktionäre ältere rechtskonservative Bürger, die es zu Geld und Einfluss gebracht haben, um nichts weniger als die Finanzierung und mediale Inszenierung eines künftigen Staatsstreiches zu besprechen. Dabei lauschten sie dem Plan des identitären „Meisterdenkers“ Martin Sellner, unliebsame Migranten mit oder ohne deutschen Pass außer Landes zu schaffen. Sellners gerade erschienene Anleitung zum „Regime Change von rechts“ bewirbt der Antaios Verlag in typischer Verschwurbelung, indem er behauptet, noch nie sei „rechts der Mitte so planmäßig und professionell über Chance, Durchhaltevermögen, Bündelung und Zusammenspiel der Kräfte nachgedacht worden“; Sellner formuliere „Verhaltenslehren, die sich jeder aneignen sollte, der sich ernsthaft am Kampf um die gute Zukunft unseres Landes beteiligen möchte“.

Vor allem das unverblümte Programm ethnischer Säuberung hat viele geschockt. Dabei hat der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke bereits 2018 Ähnliches in einem Gespräch, das auch publiziert wurde, weit drastischer formuliert.

»Blätter«-Ausgabe 2/2024

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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