Ausgabe März 2024

Alle gegen Israel: Der Gazakrieg und die neue panislamische Front

Demonstranten während einer Kundgebung gegen die US-geführten Angriffe auf Huthi-Ziele in Sanaa, 26.1.2024 (IMAGO / ZUMA Wire / Osamah Yahya)

Bild: Demonstranten während einer Kundgebung gegen die US-geführten Angriffe auf Huthi-Ziele in Sanaa, 26.1.2024 (IMAGO / ZUMA Wire / Osamah Yahya)

Der Krieg im Gazastreifen ist eindeutig nicht mehr auf Israel und die Hamas begrenzt. Am 25. Dezember tötete Israel mit einem Luftangriff einen hochrangigen Vertreter der iranischen Revolutionsgarden, Sayyed Razi Mousavi, in dem von Schiiten kontrollierten Sayyida-Zaynab-Viertel in Damaskus. Am 2. Januar starb Saleh al-Arouri, der stellvertretende Chef der Hamas und Gründer ihres militärischen Flügels, durch einen israelischen Drohnenangriff im Süden Beiruts, einer Hochburg der militanten schiitischen Hisbollah. Die Hisbollah und Israel haben sich seit dem 7. Oktober fast täglich Feuergefechte geliefert, und Israel hat mehrere hochrangige Hisbollah-Mitglieder getötet. Im Roten Meer haben die Huthis, die einer Variante des Schiismus angehören, unerbittlich die Handelsschifffahrt angegriffen, was wiederum die USA und Großbritannien zu Angriffen auf Huthi-Ziele im Jemen veranlasste. Und nachdem Ende Januar eine neue und mysteriöse schiitische Dachorganisation namens „Islamischer Widerstand im Irak“ mit einem Drohnenangriff drei amerikanische Soldaten auf einem militärischen Außenposten in Jordanien getötet hatte, reagierten die USA mit einer Reihe von Angriffen auf Dutzende Ziele im Irak und in Syrien. Somit besteht die reale Gefahr, dass dieses Hin und Her zu einem direkten militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran führt.

»Blätter«-Ausgabe 3/2024

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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