Ausgabe Mai 2025

Die dunklen Seiten der Geschichte

Grzegorz Rossolinski-Liebe, Stepan Bandera. Leben und Kult, Cover: Wallstein Verlag

Bild: Grzegorz Rossolinski-Liebe, Stepan Bandera. Leben und Kult, Cover: Wallstein Verlag

„Slawa Ukraini: Ruhm der Ukraine!“ Auch in Deutschland ist diese Parole zum Symbol der Unterstützung des ukrainischen Kampfes gegen den russischen Angriffskrieg geworden. Nach der Lektüre des Buches von Grzegorz Rossoliński-Liebe gehen einem diese Worte aber nicht mehr so leicht über die Lippen. In „Stepan Bandera. Leben und Kult“ beschreibt der deutsch-polnische Historiker, wie die Wehrmacht Ende Juni 1941, eine Woche nach Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, in Lemberg einmarschierte, dem heutigen Lwiw. In der multiethnischen Stadt lebten zu dieser Zeit neben 70 000 Ukrainern und 140 000 Polen rund 160 000 Juden, darunter viele jüdische Flüchtlinge, die aus dem von den Deutschen überfallenen Polen in die sowjetisch besetzten Gebiete geflohen waren. Zu den Einheiten, die in die Stadt eindrangen, gehörte auch das ukrainische Bataillon Nachtigall, das von den einheimischen Ukrainern mit „Slawa Ukraini!“ begrüßt wurde. Sie waren „vom Anblick der Ukrainer in deutschen Uniformen begeistert. Als das Bataillon auf den Marktplatz marschierte, begrüßten die Menschen die Soldaten nicht nur mit Blumen, sondern knieten auch nieder und beteten“. Am Abend des folgenden Tages, dem 30.

»Blätter«-Ausgabe 5/2025

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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