Ausgabe August 2026

Feuerzeichen gegen die DDR: Der Tod des Oskar Brüsewitz

 Gedenktafel an der Gedenkstele für Oskar Brüsewitz in Zeitz (IMAGO / Steffen Schellhorn)

Bild: Gedenktafel an der Gedenkstele für Oskar Brüsewitz in Zeitz (IMAGO / Steffen Schellhorn)

Das Jahr 1976 entpuppte sich als Krisenjahr für die DDR-Regierung, von dem sie sich nicht mehr erholen sollte. Schon vor der Ausbürgerung Wolf Biermanns und der Verhängung des Hausarrests über Robert Havemann, in deren Folge das Land zahlreiche Intellektuelle und Künstler verlor, sorgte der Feuertod des Pfarrers Oskar Brüsewitz für Unruhe und Aufmerksamkeit aus dem Westen.

Ausgerechnet der damalige CDU-Kreisvorsitzende Alfred Lautenschläger gab der Volkspolizei zu Protokoll, sich zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe der Michaeliskirche aufgehalten zu haben, an jenem 18. August 1976 im provinzsächsischen Zeitz. Er habe gesehen, wie eine Person aus einem PKW-Kombi gestiegen sei, bekleidet mit einem langen schwarzen Talar, und die hintere Klappe des Autos geöffnet habe. »Ich sah, wie er Schilder herausnahm und diese auf dem Dach seines Autos befestigte.« Danach habe der Mann eine Milchkanne aus dem Wagen geholt, eine Flüssigkeit über sich geschüttet und im nächsten Moment in Flammen gestanden. Daraufhin habe Lautenschläger umgehend Hilfe im nahegelegenen Revier der Volkspolizei (VP) geholt: »Mit zwei VP-Angehörigen ging ich sofort zum Ort des Geschehens zurück, um zu helfen. Ich machte diese auf die Transparente aufmerksam und beseitigte diese mit. Meines Erachtens können nicht viele dieses Transparent gelesen haben, da es nur kurze Zeit auf dem Auto stand und falsch zusammengestellt war.

»Blätter«-Ausgabe 8/2026

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