Ausgabe August 2026

Sachsen-Anhalt: Die AfD vor der Entzauberung?

AfD-Schriftzug beim Bundesparteitag in Erfurt, 5.7.2026 (IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Bild: AfD-Schriftzug beim Bundesparteitag in Erfurt, 5.7.2026 (IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September könnte die AfD nicht nur stärkste Partei werden, sondern anschließend auch die Regierung stellen. Dass damit aber wirklich der angekündigte fundamentale Umbau einherginge, bezweifelt die Politikwissenschaftlerin Petra Dobner.

Die AfD setzt auf Angst – die Angst derjenigen, die glauben, dass die AfD ihre einzige Rettung vor sozialem Abstieg sei. Angst regiert aber auch auf der anderen Seite, die seit Monaten mit Bangen auf den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6.September blickt und fürchtet, dass danach radikale Veränderungen im Land umgesetzt werden. Häufig übersehen wird dabei die Frage, ob der angekündigte fundamentale Wandel ein realistisches Szenario ist, sollte die AfD tatsächlich die Alleinregierung übernehmen. 

Ohne die Wahl und den demokratischen Verfall zu bagatellisieren, lässt sich feststellen, dass die Umsetzung des proklamierten Programms nur eine sehr begrenzte Aussicht auf Erfolg haben wird. Zuvorderst deshalb, weil die AfD in einem Punkt allen anderen Parteien gleicht: Auch sie kann die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit nicht mit schlichter Rhetorik überbrücken. Dafür bedürfte es ausreichender finanzieller Mittel, autonomer Gestaltungskompetenzen und echter Durchgriffsmacht, die allesamt erkennbar nicht vorhanden sind. 

Die AfD verspricht einen fundamentalen Wandel in Sachsen-Anhalt – kulturell, politisch, institutionell.

»Blätter«-Ausgabe 8/2026

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