Ausgabe Januar 1991

Bremen zum Beispiel - Rüstungsproduktion und regionale Konversion

und regionale Konversion

Im 20. Jahrhundert hatte der Konversionsgedanke dreimal Hochkonjunktur: nach dem Ersten Weltkrieg 1918/19, nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 und nach Beendigung des Kalten Krieges, genauer: der Blockkonfrontation zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt 1989/90. Nie waren die Chancen für Abrüstung und Rüstungskonversion so groß wie heute, zumal sich die westlichen Industriestaaten seit mehreren Jahren in einer Konjunkturphase befinden und keine Wirtschaftskrise den Umstellungsprozeß erschwert.

Um so verwunderlicher erscheint, wie wenig bisher auf diesem für das Überleben der Menschheit und die Bewältigung globaler Probleme (drohende Klimakatastrophe, Ozonloch, Unterentwicklung, Welthunger, Flüchtlingsströme, Analphabetismus, Schuldenkrise) zentralen Gebiet passiert.

Alle reden von Rüstungskonversion, aber kaum ein betroffenes Unternehmen praktiziert sie, zumal sich seit Beginn der Golfkrise - nicht nur in den USA, wo die Rüstungskonzerne zuerst den Irak beliefert haben und jetzt die eigenen Streitkräfte für den Wüstenkrieg ausrüsten - ein Stimmungsumschwung abzeichnet und die veröffentlichte Meinung vorherrscht, man müsse Kriegswaffen haben, um Aggressoren wie Saddam Hussein erfolgreich entgegentreten zu können.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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