Ausgabe Januar 2001

Nachwuchs-Terroristen

Sie sind jung. Sie sind überzeugt, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Sie sind Mitglieder einer Terror-Organisation - der einzigen, die in Westeuropa noch aktiv ist und deswegen Anfang Dezember auch von den EU-Innenministern zum Problem für ganz Europa erklärt wurde. Sie - das sind jene, die in den Reihen der bewaffneten Separatistengruppe Euzkadi ta Azhatasuna (Eta, "Baskenland und Freiheit") für ein unabhängiges Baskenland kämpfen. Und das mit allen Mitteln. In der nordspanischen Provinz herrscht Krieg: Der Krieg der Eta gegen ihre politischen Feinde - und gegen alles, was spanisch ist. 21 Menschen hat die bewaffnete Truppe seit Jahresbeginn umgebracht. Und damit deutlich gemacht, dass sie nach dem im Dezember letzten Jahres beendeten Waffenstillstand sowohl entschlossen als auch in der Lage ist, ihren Terror fortzusetzen. Zuvor hatten der spanische Innenminister Jaime Mayor Oreja und seine Sicherheitsexperten mehrfach triumphiert, die Eta sei mit ihren Kräften am Ende und habe nur deshalb am 16. September 1998 einen vorübergehenden Stopp ihrer militanten Aktionen angekündigt. Eine Fehleinschätzung: Zwar war die Struktur der Eta damals in der Tat angeschlagen und viele ältere Kämpfer der Separatistenorganisation waren des bewaffneten Kampfes müde.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema Europa

Schutzzölle und Ratlosigkeit: Europa und der China-Schock

von Merle Groneweg

Schon im Mai 2024 schrieb Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, in seiner Kolumne für die »New York Times«, inzwischen sei klar, »dass sich ein zweiter China-Schock aufbaut«. Der sogenannte erste China-Schock bezieht sich auf die 1990er und 2000er Jahre, als Importe aus China schätzungsweise 1,5 Millionen Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe der USA verdrängten.