Ausgabe April 2001

Für uns ausreichende Rechtssicherheit. Brief des Sprechers der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, Manfred Gentz, an Otto Graf Lambsdorff vom 5. März 2001 (Wortlaut)

Sehr geehrter Graf Lambsdorff,

durch die Abweisung der Klage Frumkin durch Richter Bassler 1) als des ersten "contested case" sind wir der Rechtssicherheit zwar einen Schritt näher gekommen, aber leider sind wir noch nicht am Ziel. Ihre Presseerklärung vom heutigen Tag überbewertet allerdings den Fall Frumkin, da Richter Bassler ohnehin zu erkennen gegeben hatte, dass er abweisen wolle, und er der Stiftungslösung erklärtermaßen sehr positiv gegenüber steht. Auch wir hoffen und drängen, dass möglichst bald alle anhängigen Fälle abgewiesen werden, damit die Rechtssicherheit festgestellt werden kann und die Auszahlungen an die Opfer beginnen können. Wie Sie wissen, hat die Stiftungsinitiative erneut einen großen Anlauf genommen, um die noch fehlenden 1,4 Mrd. DM mit festen Verpflichtungserklärungen zu unterlegen und den Gesamtbetrag so rasch wie möglich auf unseren Konten zu haben. Diese Bemühungen werden erneut dadurch erschwert, dass in der Öffentlichkeit auch wiederholt von ihnen - gefordert wird, die Zahlungen zu beginnen, auch wenn noch nicht alle anhängigen Fälle abgewiesen sind.

Damit wird indirekt ein Verzicht oder doch Teilverzicht auf Rechtssicherheit verlangt, wie sie in dem Berliner Abkommen vom 17.07.2000 und den damals unterzeichneten Dokumenten definiert worden ist.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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