Ausgabe Juli 2001

UCK als Geiselnehmer

Gewaltsame Splittergruppen der UÇK setzen seit Oktober letzten Jahres den Kampf um ein Großalbanien fort, anfangs im serbischen Presevo-Tal, seit März dieses Jahres in albanisch besiedelten Teilen Mazedoniens. Vor zwei Jahren galt die UÇK als Widerstandsund Freiheitsbewegung gegen einen serbischen „Genozid“. NATO-Generalsekretär George Robertson spricht heute von „Terroristen“ und einer „Bande von Mördern“. Ähnlich den afghanischen Taliban hat sich die UÇK von ihren Sponsoren emanzipiert. Vorbei also die Zeiten, in denen man sich leisten konnte, nach außen Schönfärberei zu betreiben und de facto mit zerknirschtem Gesicht alles schleifen zu lassen.

Die Befriedung der kosovarisch-mazedonischen Grenzregion fällt in den Aufgabenbereich der Protektoratsmächte im Kosovo. KFOR und UNMIK obliegt es, das öffentliche Gewaltmonopol durchzusetzen, die Grenzen wirksam zu kontrollieren und die Kriminalität zu bekämpfen. Dem Kosovo-Protektorat fehlt vor allem die politische Führung. Nach der feierlichen Verkündung des Balkan-Stabilitätspaktes widmeten sich die Euro-Staatsmänner anderen Reiseaktivitäten. Die anhaltende Eskalationsgefahr fordert jedoch eine Abkehr vom Laissez-faire.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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