Ausgabe April 2010

Integration durch Konflikt: Der Streit um das Minarett

Mit der Schweizer Minarettentscheidung hat die Islamdebatte auch in der Bundesrepublik wieder neuen Auftrieb erfahren. Die Grenzen der Integrationsfähigkeit des Islam und die Frage des Schutzes der westlichen Kultur sind prägende Stichworte dieser Debatte. Für die weitere friedliche Entwicklung in der Bundesrepublik ist es von zentraler Bedeutung, inwieweit es gelingt, eine sachliche und differenzierte Debatte zum Thema Islam und Integration zu führen.

In diesem Zusammenhang hat sich jetzt auch Josef Isensee des Themas angenommen. Unter dem Titel „Integration als Konzept: Die Grenzen der Toleranz“ behauptete er in der letzten Ausgabe der „Blätter“ die „Integrationsresistenz des Islam“, die bei ihm zur Schicksalsfrage der Demokratie wird: „Der Rechtskultur des Westens zittern die Knie“.[1] Sein Beitrag trägt damit nichts zur Versachlichung der Debatte bei. Im Gegenteil: Isensee setzt gezielt auf eine konfrontative Zuspitzung bei gleichzeitiger Problemverkürzung. Das soll an dieser Stelle exemplarisch an seinen Ausführungen zum Thema Minarett verdeutlicht werden.

Das Minarett ist bereits seit längerem Gegenstand islamkritischer Beiträge.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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