Was für ein schönes Bild: Friedlich vereint standen Umweltminister Peter Altmaier von der CDU, der neue niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und Grünen-Chef Jürgen Trittin vor den Kameras und verkündeten den Kompromiss: Ab heute werde unvoreingenommen nach einem Endlager gesucht. Altmaier sprach von einem „Durchbruch“ und Trittin plakatierte gar einen „Großen Erfolg der Anti-Atom-Bewegung.“ Der lange Marsch aus dem Wendland, er ist in einer Kommission gelandet. Die soll jetzt ein Ruhe-Lager für den Jahrtausendmüll finden. Kein Standort soll ausgeschlossen werden. Was für ein Erfolg!
Was für ein Erfolg? Also auch nicht Gorleben soll ausgeschlossen werden. Dabei hatten Geologen bereits zu Beginn der 1980er Jahre die Eignung des Salzstocks zur Atomlagerung angezweifelt: Ein instabiles Deckengebirge und der Grundwasserkontakt sprachen schon damals gegen den Standort. Wer die Auswirkungen solcher Salzstockeigenschaften sehen will, der muss nur das Lager der Schachtanlage Asse besuchen: Er kann radioaktiv kontaminierte Salzlauge besichtigen und rund um die Asse von den auffällig häufigen Krebserkrankungen erfahren.
Zudem gibt es seit 1995 auch das Gutachten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die dezidiert auch andere Standorte für denkbar hielt.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.