Ausgabe Dezember 2016

Mexiko: Zapatisten an die Macht?

Bei vielen Mexikanern sitzt der Schock noch immer tief: Sie werden vielleicht die ersten sein, die die Auswirkungen der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten direkt zu spüren bekommen. Dieser hatte im Wahlkampf mexikanische Migranten nicht nur als Kriminelle, Vergewaltiger und Drogensüchtige beschimpft und angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs eine Mauer zwischen beiden Staaten bauen zu lassen. Trump will auch das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) neu verhandeln und Einwanderer ohne Papiere abschieben. Sollte er auch nur einige dieser Versprechen umsetzen, hätte das dramatische Folgen für die betroffenen Menschen wie für die mexikanische Wirtschaft: 81 Prozent ihrer Exporte gehen an den nördlichen Nachbarn, und auch die regelmäßigen Überweisungen der gut 34 Millionen in den USA lebenden Mexikaner an ihre Familien im Süden, die Trump blockieren oder besteuern lassen will, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Reaktionen auf den Wahlausgang ließen denn auch nicht lange auf sich warten: Bereits in der Wahlnacht stürzte der mexikanische Peso auf einen historischen Tiefstand. Und auch der unpopuläre mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto von der Partei der institutionalisierten Revolution (PRI) reagierte prompt. Er bot Trump eine Zusammenarbeit an, versprach aber auch, sich für die gefährdeten Interessen seiner Landsleute einzusetzen.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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