Ausgabe Juni 2020

Der Corona-Schub: Mit Highspeed in die smarte Verwaltung?

 Regal voller Akten im Zentralregister des Kraftfahrt - Bundesamt Flensburg.

Bild: imago images / photothek

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen unvorbereitet erwischt. Innerhalb weniger Tage mussten deren Beschäftigte, soweit sie es überhaupt konnten, überstürzt ins Home-Office wechseln und ihrer Arbeit mit Hilfe digitaler Werkzeuge von zu Hause nachgehen. Doch nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für den Staat und seine Verwaltung stellt die Coronakrise einen echten Belastungstest dar. Den Großteil der Behörden traf die Pandemie ebenso unglücklich wie die Wirtschaft. In vielen Ämtern mangelt es an der erforderlichen Hardware und Netzwerkinfrastruktur, um kurzfristig mobile Arbeitsplätze einrichten zu können. Darüber hinaus fehlt es an elektronischen Akten- und Vorgangsbearbeitungssystemen, Verwaltungsportalen sowie an digitalen Bildungsplattformen, die eine Behördenarbeit in solchen Krisenzeiten überhaupt erst ermöglichen.

Um die Schließung weiter Teile der öffentlichen Verwaltung oder gar einen vollständigen Shutdown zu verhindern, mussten daher in Windeseile pragmatische Lösungen gefunden werden. Innerhalb kürzester Zeit etablierten sich in den Behörden digitale Lösungen, die man noch kurz zuvor kaum für möglich hielt.

Für Verwaltung und Bürger bergen diese Veränderungen große Chancen. Die Macht des Faktischen wird vermutlich dafür sorgen, dass viele der neuen Arbeitsmethoden und Dienste langfristig erhalten bleiben – weil sie überzeugen, Freiheiten schaffen oder nachhaltiger sind.

Juni 2020

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