Ausgabe April 2000

Warum der Euro stärker ist als sein Ruf

Zehn Gründe für eine mittelfristige Aufwertung

Als die Gemeinschaftswährung im Euroland am ersten Börsentag nach Neujahr 1999 gehandelt wurde, da schwärmte nicht nur die Fachwelt über einen Bilderbuchstart. Doch bald verpuffte die Europhorie, die gemeinsame Währung verlor gegenüber wichtigen anderen Währungen Zug um Zug an Wert. Die symbolträchtige Parität mit dem US-Dollar ist nun schon einige Wochen unterschritten, Ende Februar rutschte der Euro gar auf das bisherige Allzeittief von 0,93 Dollar. Im Vergleich zu seiner ersten Novellierung hat er gegenüber der US-Währung bis zum Februar dieses Jahres um knapp 17% abgewertet. Aber auch der japanische Yen konnte - trotz der tiefen Strukturkrise Japans - gegenüber dem Euro um knapp 20 % an Wert gewinnen. Von besonderer Bedeutung für das währungspolitische Zusammenwachsen innerhalb der EU ist die massive Abwertung des Euro gegenüber dem Pfund Sterling um 12% bis zum Januar dieses Jahres.

Angesichts dieses Preisanstiegs sinken die Chancen, das britische Pfund in die Gemeinschaftswährung einzuschmelzen. Die Verliererposition in der Konkurrenz um die wichtigsten Währungen der Welt ist also unübersehbar. Vor der Suche nach Antworten auf die Fragen nach den Ursachen für diesen Preisverfall und vor der Frage nach der Zukunft ist in Erinnerung zu rufen: Zum 1.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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