Ausgabe April 2003

Ablehnung neuer Angriffskriege

Erklärung italienischer Germanisten gegen den Krieg (Wortlaut)

In Italien steht die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Bereitschaft der Regierung Berlusconi, sich dem amerikanischen Waffengang gegen den Irak anzuschließen. Die Positionen variieren zwischen einem eventuellen Anschluss an ein UN-Mandat und einem unbedingten Nein, auch Forderungen nach einem von den Gewerkschaften auszurufenden europäischen Generalstreik werden laut. Die Hafenarbeiter Livornos blockierten am 11. März 24 Stunden lang die Abfertigung der bereits laufenden US-Militärtransporte aus der größten US-Basis Camp Darby unweit von Pisa, die zudem von den Bürgerbewegungen der „disobbedienti“ (= die Ungehorsamen) belagert wird. Ein großer Teil der Mitglieder des Verbandes der Hochschul-Germanisten Italiens schloss sich Anfang März der nachstehend im Wortlaut dokumentierten Erklärung an, die sich hinter das Nein der Regierung Schröder zu diesem Krieg stellt. – D. Red.

Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des sowjetischen Feindes ist die Allianz zwischen den USA und den europäischen Demokratien, die während des 20. Jahrhundert im Kampf gegen Nationalsozialismus und Kommunismus entstanden war, brüchig geworden.

Sie haben etwa 25% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 75% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Erfahrung der Freiheit: Die Kinder von Tschernobyl

von Olga Bubich

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl traf die armen Regionen in Belarus besonders hart. Gut eine Million Kinder aus den verstrahlten Gebieten konnten über humanitäre Programme jahrelang ein paar Wochen in anderen europäischen Ländern verbringen.