Ausgabe Februar 1990

Gib Gas, Ich will Spaß

Zwischen Autoboom, Verkehrskollaps und Umweltvergiftung

Lange Zeit galt die Autoindustrie als Wachstumsbranche par excellence, das Auto selbst als unverzichtbares Statussymbol und Ausdruck auslebbarer individueller Freiheiten. Die Produktion von Autos erwies sich in den 50er und 60er Jahren als wichtige Triebkraft und Symbol der Wirtschaftswunderkonjunktur, die Massenmotorisierung eröffnete zugleich großen Teilen der Lohnabhängigen z.T. völlig neue Mobilitätsmöglichkeiten. Die gesellschaftliche Akzeptanz des Autos war überwältigend. Auch heute ist dieser breite, bis weit in die 70er Jahre hinein ungebrochene Grundkonsens der Autogesellschaft noch keineswegs erschüttert. Die Autoindustrie ist und bleibt auf absehbare Zeit eine Schlüsselbranche der bundesdeutschen Wirtschaft; das Verkehrsnetz und die Konsuminfrastruktur sind ganz wesentlich auf das Auto zugeschnitten; Freizeitverhalten und Statusdenken konkretisieren sich nach wie vor in hohem Maße über Besitz und Pflege von Chrom und Blei.

Gleichwohl ist das Auto in den vergangenen Jahren ins Gerede gekommen. Zum einen wird immer deutlicher der große Beitrag sichtbar, den der motorisierte Individualverkehr zur ö k o l o g i s c h e n K a t a s t r o p h e beisteuert. Stichworte sind Ozonloch und Treibhauseffekt, Waldsterben und Smog in Ballungsgebieten, aber auch Umweltzerstörung durch Straßenbau und Lärmbelästigung durch den Autoverkehr.

Februar 1990

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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