Ausgabe Oktober 2005

Die Aufsicht

Die beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg

„Die Russen und wir mögen uns über tausend Dinge uneinig sein. Doch über eines gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheit: Wir werden es nicht zulassen, dass ein wiedervereinigtes, bewaffnetes Deutschland im Niemandsland zwischen Ost und West umherirrt.“ US-Außenminister John Foster Dulles 1959 Ganz Europa befand sich von 1945 bis 1990 in der Abhängigkeit von zwei Großmächten.

„Die Russen und wir mögen uns über tausend Dinge uneinig sein. Doch über eines gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheit: Wir werden es nicht zulassen, dass ein wiedervereinigtes, bewaffnetes Deutschland im Niemandsland zwischen Ost und West umherirrt.“ US-Außenminister John Foster Dulles 1959

Ganz Europa befand sich von 1945 bis 1990 in der Abhängigkeit von zwei Großmächten. Die Vereinigten Staaten von Amerika sicherten den Bestand der Demokratien im Westteil des Kontinents, die Sowjetunion den Bestand der kommunistischen Regierungen und Verhältnisse, die sie im Ostteil geschaffen hatte. Grad und Form der Abhängigkeit unterschieden sich stark. Die Demokratien brauchten Amerika nur für ihre äußere Sicherheit, die Volksdemokratien blieben auch für ihre innere Sicherheit auf Moskau angewiesen, ihre Abhängigkeit von der Schutzmacht war entsprechend größer, und deren Umgangs- und Herrschaftsformen waren gröber.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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