Ausgabe Oktober 2010

Hexenverbrennung

Die Inquisition herrscht in Deutschland. Da ist ein Mann, der sagt einfach nur seine Meinung. Wie unsereiner auch, wenn wir am Stammtisch über Hitlers Autobahnen reden und darüber, dass wir den Krieg beinah gewonnen hätten. Da ist ein mutiger Aussprecher von Wahrheiten. Und was passiert? Man macht ihn mundtot!

Gut, es gab kaum eine Zeitung, die nicht über ihn und seine Meinung berichtet hätte. Aber ihm wurde manchmal auch widersprochen. Schön, er hatte diese oder jene Talk-Show. Bei „Beckmann“ schauten ihm mehr als zwei Millionen zu, bei „Hart aber fair“ waren es schon mehr als vier Millionen. Aber hat er schon das „Heute Journal“ oder die „Tagesschau“ moderieren können? Na, bitte.
Man muss es doch mal offen sagen dürfen: Spätestens wenn der Mann nicht das Länderspiel Deutschland gegen die Türkei im Oktober kommentieren darf, wenn ihm schon wieder der Mund verboten wird, nur weil er sicher die ständigen Fouls der Türken offen und ehrlich brandmarken würde, spätestens dann kann nur noch von Meinungsterror die Rede sein. Da wird erzählt, die Auflage seines Buches ginge auf 250 000 Exemplare, das sei doch ganz schön. Aber von „Mein Kampf“ sind Millionen verkauft worden. Wo bleibt hier die Gerechtigkeit? Zumal bei „amazon“ schon die ersten Bücher des Bekenners gebraucht angeboten werden: Das war dem Buchhandel damals bei „Mein Kampf“ glatt verboten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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