Ausgabe Juni 2012

Schottland: Risse im Königreich

In Schottland steht aller Voraussicht nach im Herbst 2014 ein Referendum über die staatliche Unabhängigkeit des Landes an. Seit dem haushohen Sieg der Schottischen Nationalpartei (SNP) bei den Wahlen zum schottischen Regionalparlament im Mai 2011 steht das Verhältnis zwischen Schottland und dem restlichen Vereinigten Königreich vor einer Zerreißprobe. Eine Mehrheit für die Unabhängigkeit scheint mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen. Selbst die konservativ-liberale Regierung in Westminster hat sich mit dem Referendum abgefunden, um dem charismatischen schottischen Regierungschef Alex Salmond von der SNP nicht noch mehr Auftrieb zu geben. 

Stimmungstest Kommunalwahlen

Schon jetzt tobt in den schottischen Medien eine engagierte Diskussion zu den zentralen Themen, von der Währungsfrage über die Verteidigungspolitik bis zur Frage, ob es Grenzkontrollen geben wird oder die Queen Staatsoberhaupt bleiben soll. Politik, Wirtschaft und die Öffentlichkeit beschäftigen sich mit den möglichen Folgen eines positiven Unabhängigkeitsvotums für Schottland und das Vereinigte Königreich.

Vor diesem Hintergrund galten die Kommunalwahlen vom 3. Mai dieses Jahres als wichtiger Stimmungstest für die SNP und ihre politische Konkurrenz.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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