Ausgabe Dezember 2016

Faschismus mit amerikanischem Antlitz?

Trumps Schatten über Amerika und der Welt

Es stimmt bitter, dass die Erbschaft Barack Obamas, der eine Versöhnung und Vermittlung der politischen Lager anstrebte,[1] nun durch die bürgerkriegsartige Polarisierung überschattet wird, die Donald Trump in den USA und weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus betrieben hat. Er konnte dabei an die weit nach rechts führende Selbstradikalisierung der Republikaner anknüpfen, denen er gegen ihren erklärten Willen seine Kandidatur aufgezwungen hat. Dabei ging er über sämtliche weltanschaulichen Schulen des herkömmlichen Konservatismus hinaus – über die ultraliberalen Spielarten, die Corporate Business, den Freihandel und den Minimalstaat ins Zentrum rücken, über die sozialkonservativen Varianten, die Familienwerte, Patriotismus und Law & Order favorisieren sowie über die religiösen Schattierungen, die eine glaubensbasierte Innen- und Außenpolitik reklamieren und sich gegen Homosexuellenehe und Abtreibung auflehnen. Stattdessen hat sich Trump in dem Willen, die demographische Überlegenheit der weißen („kaukasischen“) „Rasse“ zu restaurieren, Elemente des europäischen Faschismus angeeignet, dessen völkisch-autoritäre Variante auch in der Alten Welt wieder auf dem Vormarsch ist.

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Uganda vor dem Putsch des Löwen?

von Johanna-Marie Lange

Es war kurz nach Mitternacht Ende Juni, als Soldaten das Gebäude der Nation Media Group in Ugandas Hauptstadt Kampala stürmten und den wichtigsten unabhängigen Fernsehkanal NTV abschalteten. Auch die älteste und größte unabhängige Tageszeitung »Daily Monitor« wurde geschlossen.

Kuba am Abgrund: Wo bleibt die EU?

von Sandra Weiss

Als 1989 die Berliner Mauer fiel, sich kurz danach die Sowjetunion auflöste und langjährige kommunistische Verbündete wie Vietnam und China einen wirtschaftlichen Reformprozess starteten, schien auch auf Kuba der Moment des Umbruchs gekommen.