Für Kolumbiens Noch-Präsident Juan Manuel Santos ist es eine bittere Niederlage: Rund anderthalb Jahre nach Abschluss des historischen Friedensvertrags zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla zieht nun mit Iván Duque ein erklärter Gegner des Abkommens in die Casa de Nariño, den Präsidentenpalast in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, ein. In der Stichwahl am 17. Juni setzte sich der Kandidat der rechtskonservativen Partei Centro Democrático mit 54 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den linken Ex-Bürgermeister von Bogotá, Gustavo Petro, durch, der knapp 42 Prozent erhielt. Damit muss der Friedensnobelpreisträger Santos das Präsidentenamt an den Ziehsohn seines wohl erbittertsten Gegners, des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe, übergeben. Uribe war eine der Schlüsselfiguren in der Kampagne gegen den Friedensvertrag, die Santos beim Referendum im Oktober 2016 eine überraschende – wenn auch äußerst knappe – Niederlage bescherte.[1] Bei den Kongresswahlen im März dieses Jahres löste der Centro Democrático Santos‘ Partei als stärkste Kraft ab.
Am 6. September, in gut sechs Wochen, findet die wohl wichtigste deutsche Wahl dieses Jahres statt, nämlich die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Seit Monaten liegt die AfD in allen Umfragen klar vorn, stets um die 40 Prozent, mit kaum mehr einholbarem Abstand vor der Union.