Ausgabe Juni 2020

Corona: Feuerprobe für den Klimaschutz

Trotz Pandemie streikt Fridays for Future weiterhin, wenn auch nur digital. Schon in der Schockstarre des Lockdowns im März und April mehrten sich in der Bewegung die Stimmen, die von Corona als einer „Krise in der Krise“ sprachen. Tatsächlich haben Corona- und Klimakrise vieles gemeinsam: Je besser die Vorsorge und Resilienz einer Gesellschaft, umso wirksamer können negative Folgen eingedämmt werden. Bei Corona heißt das: Je weniger Menschen sich anstecken und je besser das Gesundheitssystem ausgestattet ist, desto milder verläuft die Pandemie. Beim Klimawandel ist es ähnlich: Je weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt und je effektiver sich Städte und Gemeinden gegen Klimaveränderungen rüsten, desto erträglicher fallen die Folgeeffekte aus, etwa der Temperaturanstieg oder das Auftreten von Wetterextremen und sozialen Konflikten.

Diese Erkenntnis allein garantiert aber noch keine konsequente Antwort auf beide Krisen. So ist es alles andere als ausgemacht, ob nicht Populisten und Energiewendegegner den Klimaschutz mit dem Corona-Alibi erledigen oder ob umgekehrt Politiker und Investoren die „Billionen-Dollar-Chance“ für einen grünen Neustart wahr-
nehmen.

Gründe für einen solchen Neubeginn bietet die Pandemie reichlich: Da in Politik und Wirtschaft das langfristige Denken oft zu kurz gekommen ist, zeigt sich in der heutigen Krise ein Mangel an Resilienz. Denn diese Widerstandsfähigkeit entsteht nicht von einem Tag zum nächsten.

Juni 2020

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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