Ausgabe Februar 2026

Die Zukunft der Demokratie im planetarischen Zeitalter

Zur Aktualität von Hannah Arendt

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod am 4. Dezember 1975 zeigt das Interesse an Hannah Arendts Werk keine Anzeichen eines Rückgangs. Arendt, die sich selbst als »selbstbewusste Paria« bezeichnete, ist zu einer Ikone unserer Zeit geworden. Doch warum Hannah Arendt und warum gerade jetzt?

Mit dem Untergang des Kommunismus und dem weltweiten Rückzug des Marxismus etablierte sich in den 1980er und 1990er Jahren Arendts Werk als politische Theorie einer posttotalitären Ära. Ihr 1951 auf Englisch erschienenes Buch »The Origins of Totalitarianism«, in Deutschland bekannt unter dem Namen »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft«, wurde von Linken wegen der problematischen Analogien zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus abgelehnt, von Rechten wegen der Respektlosigkeit gegenüber ihrem Denken im Kalten Krieg angeprangert und von empirischen Politikwissenschaftlern wegen der übermäßig literarischen und philosophischen Verallgemeinerungen verspottet. Dennoch avancierte das Buch zu einem der meistdiskutierten Texte des politischen Denkens des 20. Jahrhunderts. Insbesondere nach der ersten Wahl von Donald Trump im Jahr 2016 etablierte sich »The Origins« zu einem Nachschlagewerk, um das Wiederaufleben des Autoritarismus und autokratischen Illiberalismus zu verstehen.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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