Ausgabe Februar 2026

Die Zukunft der Demokratie im planetarischen Zeitalter

Zur Aktualität von Hannah Arendt

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod am 4. Dezember 1975 zeigt das Interesse an Hannah Arendts Werk keine Anzeichen eines Rückgangs. Arendt, die sich selbst als »selbstbewusste Paria« bezeichnete, ist zu einer Ikone unserer Zeit geworden. Doch warum Hannah Arendt und warum gerade jetzt?

Mit dem Untergang des Kommunismus und dem weltweiten Rückzug des Marxismus etablierte sich in den 1980er und 1990er Jahren Arendts Werk als politische Theorie einer posttotalitären Ära. Ihr 1951 auf Englisch erschienenes Buch »The Origins of Totalitarianism«, in Deutschland bekannt unter dem Namen »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft«, wurde von Linken wegen der problematischen Analogien zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus abgelehnt, von Rechten wegen der Respektlosigkeit gegenüber ihrem Denken im Kalten Krieg angeprangert und von empirischen Politikwissenschaftlern wegen der übermäßig literarischen und philosophischen Verallgemeinerungen verspottet. Dennoch avancierte das Buch zu einem der meistdiskutierten Texte des politischen Denkens des 20. Jahrhunderts. Insbesondere nach der ersten Wahl von Donald Trump im Jahr 2016 etablierte sich »The Origins« zu einem Nachschlagewerk, um das Wiederaufleben des Autoritarismus und autokratischen Illiberalismus zu verstehen.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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