Ausgabe März 2018

Cottbus oder der rechte »Bürgerkrieg«

Logo von Zukunft Heimat

Bild: Screenshot Zukunft Heimat e.V. (Facebook)

„Cottbus kommt nicht zur Ruhe“ – so oder ähnlich titeln seit Anfang des Jahres viele Medien, wenn sie über die Situation in der südbrandenburgischen Stadt berichten. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern seien im „Brennpunkt Cottbus“ – so eine häufig anzutreffende Wendung – Alltag. Die Gesamtlage sei angespannt, die Bevölkerung insbesondere beunruhigt über Messerattacken syrischer Flüchtlinge auf deutsche Bürger. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter reist an, um die Lage zu sondieren. Pressebilder zeigen den SPD-Politiker beim Gang durch die Straßen – es mutet an, als besuche er eine Krisenregion. Um die Lage in der Stadt zu entschärfen, verkündet Schröter als symbolträchtige Sofortmaßnahme einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge.

Die Anspannung in der Bevölkerung veranschaulicht vor allem das Protestgeschehen in der Stadt. Am 20. Januar folgten rund 1500 Menschen einem Demonstrationsaufruf, in dem es hieß: „Niemand versteht, warum Schutzsuchende in dem Land, das ihnen Schutz gewährt, bewaffnet durch die Straßen ziehen.“ Bei einer Demonstration zwei Wochen später verstärkte sich der Zulauf noch einmal, rund 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen auf die Straße.

In der Öffentlichkeit wurde einerseits davor gewarnt, dass sich fremdenfeindliche Agitatoren die Situation zunutze machen könnten.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Chile: Leere Versprechen für die Indigenen?

von Malte Seiwerth

Am 1. Juni hielt der chilenische Präsident Gabriel Boric zum letzten Mal seine jährliche Rede vor den beiden Parlamentskammern des südamerikanischen Landes, eine Tradition, die seit 1833 gepflegt wird. Nach dreieinhalb Jahren im Amt wirkte seine Rede bereits wie ein Abschied.