Ausgabe Dezember 1998

Staatsangehörigkeit und Bürgerrechte

Zur Zeit sieht es so aus, als könnte sich der Streit um die "doppelte Staatsangehörigkeit" in absehbarer Zeit erledigt haben. Das macht es jedoch keineswegs überflüssig, sich darüber Rechenschaft abzulegen, um was es eigentlich dabei geht. Es wäre mehr als fatal, die Debatte auf die Frage zu reduzieren, wie weit man den "ausländischen Mitbürgern" bei der Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit entgegenkommen kann. Das würde sie auch als Eingebürgerte weiterhin zum Spielball populistischer Demagogen machen. Wer das verhindern will, dem muß an der Einsicht gelegen sein, daß hier nur beiläufig darum gestritten wird, zu welchem Preis die deutsche Staatsangehörigkeit zu haben sein soll, daß aber vor allem strittig ist, was das unverzichtbare Gemeinsame ist, das alle diejenigen verbindet, die Bürger dieser Republik sind und die das Grundgesetz schlicht als "Deutsche" bezeichnet.

Die Ausschließlichkeit der Bürgerrechte

Staatsangehörigkeit verleiht Bürgerrechte. Den Bürger kennzeichnet, daß das politische Gemeinwesen ohne sein Handeln keinen Bestand haben kann.

Dezember 1998

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema