Am Vorabend eines sich ankündigenden massiven Aufmarsches von NATO-Truppen zum Schutz sowohl der albanischen Aufständischen als auch der Zivilbevölkerung im Kosovo vor dem serbischen Militär mag es aufschlußreich sein, diese Intervention im Licht der historischen Verwicklungen ausländischer Mächte in die ethnischen Konflikte des balkanischen Dampfkessels zu betrachten. Der offenbar erfolgreiche Versuch, die Vereinigten Staaten und ihren wichtigsten europäischen Verbündeten herumzukriegen und als Paten eines albanischen Zwergstaats im Kosovo zu gewinnen, paßt zu einer historischen Konstante im Denken der Albaner - daß ihr Traum vom albanischen Staat, sei es ein Groß- oder auch nur Klein-Albanien - sich ohne die Protektion einer Großmacht nicht verwirklichen läßt. Seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts betrachten viele Albaner Kosovo, diesen bergumschlossenen Kessel im Hochland, als die Wiege ihres nationalen Traums, politisch bedeutsamer als die angestammten Regionen weiter westlich und südlich in den früheren türkischen Provinzen Jannina und Shkoder, wo sich weit größere Konzentrationen ethnischer Albaner fanden. Die Klanführer in der zentralen Region Drenica riefen ihre Leute immer wieder auf, sich zu erheben und für ein einheitliches, ethnisch reines Kosovo zukämpfen - Endziel "Großalbanien".
Oberflächlich betrachtet, läuft für Moldau derzeit vieles in die richtige Richtung. Das kleine Land zwischen Rumänien und der Ukraine genießt eine Aufmerksamkeit, die ihm über Jahrzehnte verwehrt geblieben ist.