Ausgabe März 2000

Möglichkeiten einer effektiveren Zinsbesteuerung

Inländische wie ausländische Zinserträge werden der Besteuerung zunehmend entzogen, während sie gleichzeitig quantitativ an Bedeutung gewinnen. Wie die übrigen Kapitaleinkünfte machen Zinseinkommen einen steigenden Anteil an den gesamten Haushaltseinkommen aus, zumindest bei den oberen Einkommensschichten. So hatten in Deutschland Netto-Gewinn- und Vermögenseinkommen 1998 mit 40% praktisch den gleichen prozentualen Anteil am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte wie die Arbeitseinkommen. Die Belastung dieser Einkommen mit Gewinn- und Einkommensteuern ist dagegen von 7% im Jahr 1991 unter 4% 1998 gesunken. 1) Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) betrug das zinstragende Vermögen der privaten Haushalte in Form von Spareinlagen, festverzinslichen Wertpapieren, Geldmarktpapieren, Termingeldern und Sparbriefen 1998 über 2,9 Bio. DM. Die Einkommen aus Zinsgutschriften auf Spareinlagen und festverzinsliche Wertpapiere erreichten ein Niveau von knapp 116 Mrd. DM; 47 % über demjenigen von 1991. 2)

Dabei ist festzustellen, daß sich in der EU im Gefolge der vollständigen Liberalisierung des Kapitalverkehrs die Anleger verstärkt auf ausländische Finanztitel orientiert haben.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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