Ausgabe Mai 2005

Unter Freunden?

Die deutsch-russische Interessenallianz

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland haben sich seit dem Ende des Ost-West-Konflikts grundlegend gewandelt. 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind sie weitgehend unbelastet von der Vergangenheit – zumindest für die politischen Eliten beider Länder. Es gibt zwischen Deutschland und Russland weder ungeklärte Territorialfragen (auch nicht Königsberg/Kaliningrad) noch ethnisch-religiöse Spannungen, wie sie andernorts das Verhältnis zwischen Staaten vergiften. Strittige Themen wie die kaum gelöste Beutekunstfrage oder die Rehabilitierung der in Russland lebenden deutschen Minderheit belasten es nicht wirklich.

Während in Russland die Beziehungen zur Bundesrepublik kein Thema zu sein scheinen, werden diese hierzulande jedoch immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Der herzliche gegenseitige Umgang der deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder mit den russischen Präsidenten Boris Jelzin und Wladimir Putin hat die jeweilige Opposition und auch die deutsche Öffentlichkeit schon mehrfach irritiert, weil brisante Themen wie Tschetschenien unter Verweis auf die Vorzüge der "stillen Diplomatie" in den Gesprächen der beiden Staatschefs ausgeklammert wurden.

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