Ausgabe September 2005

Das Konservative Manifest

Udo di Fabios Kultur der Freiheit

Mit jedem Tag, den die Bundestagswahl näher rückt, scheint das Entsetzen über das geistig-ideelle Vakuum zuzunehmen, das sich in der Union als künftiger Regierungspartei offenbart.

Mit jedem Tag, den die Bundestagswahl näher rückt, scheint das Entsetzen über das geistig-ideelle Vakuum zuzunehmen, das sich in der Union als künftiger Regierungspartei offenbart. "Wo bleibt das Konservative?", schallt es der künftigen Kanzlerin lautstark entgegen; fast flehentlich verlangen die meinungsmachenden Klassen der Republik nach einer einigermaßen konsistenten Philosophie des Kommenden, um die beschworene Richtungswahl wenigstens in den letzten Wochen noch kulturkämpferisch ausschreiben zu können.

Da trifft es sich gut, dass just in diesem Augenblick ein Buch auf den Markt kommt, das exakt in diese Leerstelle stößt. "Die Kultur der Freiheit", so der kämpferische Titel des (nicht nur hier) nahe bei Präsident Köhlers "Ordnung der Freiheit" gelegenen Werkes, stammt obendrein nicht von irgendjemandem, sondern mit Udo Di Fabio gewissermaßen von dem neuen konservativen "Star" unter den Bundesverfassungsrichtern.1 Vom NPD-Verbotsverfahren über das Zuwanderungsgesetz und den Visa-Untersuchungsausschuss bis zum Europäischen Haftbefehl: Stets war der 51jährige vom 2.

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