Ausgabe März 2011

Stuttgart 21: Das lange Leben des technischen Staates

Bild: Stuttgart21

Wie kaum ein anderes Ereignis der jüngeren Vergangenheit irritierte der vehemente Bürgerprotest gegen das Großprojekt Stuttgart 21 die bundesdeutsche Öffentlichkeit – und vor allem die Vertreter eines konservativen Staatsverständnisses. Die besondere Dynamik des Protestes mag von landespolitischen Umständen wenn auch nicht ausgelöst, so doch immerhin verschärft worden sein: Die frühe Abdankung des glücklosen und unbeliebten Ministerpräsidenten Günther Oettinger sowie die Inthronisierung des ehrgeizigen, aber jeder landesväterlichen Attitüde entbehrenden Stefan Mappus haben den Monopolanspruch der CDU im einstigen Musterländle erschüttert. Der Widerstand gegen Stuttgart 21 kann insofern auch als ein Aufbegehren gegen ein vermeintlich alternativloses CDU-Regiment gesehen werden.

Doch die eigentliche Ursache der Proteste liegt tiefer. Sie basiert darauf, dass sich im Projekt Stuttgart 21 mehrere Problemfelder krisenhaft überschneiden. Dies hat zu einer Kumulation von Unzufriedenheit bei den Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern geführt.

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