Ausgabe April 2014

Soros versus Merkel

Bild: DVA

Wohl kaum jemand ist unter Finanz- und Wirtschaftsexperten so umstritten wie der promovierte Philosoph und Milliardär George Soros, der sein Vermögen unter anderem Spekulationen gegen das englische Pfund verdankt. Soros selbst bezeichnet sich als „finanzielle[n], philanthropische[n] und philosophische[n] Spekulant[en]“. Doch auch wenn er sich allzu gern als vom Saulus des skrupellosen Finanzjongleurs zum Paulus des Verantwortungsethikers Gewandelter hofieren lässt, lohnt sich die Lektüre seines neuen Interviewbuchs mit dem „Spiegel“-Journalisten Gregor Peter Schmitz. Gerade die Gesprächsdidaktik macht die Lektüre spannend. Direkt konfrontiert mit der Kritik an den skrupellosen Megaakteuren des neuen Spekulationskapitalismus, gibt Soros einen spannenden Einblick in den Einsatz und die Wirkungen von Zockerinstrumenten. Vor allem aber wendet er sein Insiderwissen über spekulative Finanzmärkte (wie auch zur Vermeidung von Finanzmarktmanipulationen) auf die Eurokrise und das tiefer liegende Politikversagen in der Europäischen Union an. Obwohl die Zahl der affirmativen, aber auch der kritischen Euro-Publikationen kaum noch zu überschauen ist, zeichnen sich seine „Wetten auf Europa“ durch besondere Originalität und Sachkunde aus.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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