Ausgabe Juli 2014

Minenfeld Bosnien-Herzegowina

Die große Flut, die Bosnien und Herzegowina sowie Serbien Mitte Mai heimsuchte, war das schlimmste Hochwasser in der Region seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 120 Jahren. Rund 40 Menschen verloren ihr Leben, Tausende flüchteten aus den überfluteten Landstrichen.

Doch die Menschen fürchten nicht nur die Wassermassen. Die Wälder um Sarajevo sind immer noch voller Minen, die dort während der Belagerung der Stadt in den 1990er Jahren gelegt wurden. Insgesamt, so schätzen Fachleute, sind noch etwa 120 000 Landminen in den Wäldern Bosniens vergraben. Viele von ihnen schwemmten die Regenfälle nun Flüsse und Berghänge hinab. Zudem machte die Flut eine äußerst gefährliche Arbeit zunichte: Einige der bekannten Minenfelder hatte man in der Vergangenheit mit Warnzeichen gekennzeichnet, um so Spaziergänger und Holzsammler zu alarmieren. Diese Markierungen sind den Wassermassen ebenfalls zum Opfer gefallen.

Manche Bürger in Sarajevo sagen, das ganze Land sei ein politisches Minenfeld, dessen Sprengkraft auch knapp zwei Jahrzehnte nach Ende des Krieges nicht entschärft sei.

Nach Beweisen für diese These muss man in Sarajevo nicht lange suchen. Selbst an der Interpretation der Ereignisse vom 28. Juni 1914, die sich nun zum 100. Mal jähren, entzünden sich die nationalen Leidenschaften.

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