Ausgabe Juli 2018

Der Westen als Feindbild: Wie Russland Politik betreibt

Nach dem Bruch Donald Trumps mit völkerrechtlichen Kodifikationen und angesichts seines aggressiven Freund-Feind-Denkens ergehen dieser Tage zu Recht Warnungen vor einer zunehmenden Militarisierung und Polarisierung der globalen „Ordnung“.[1]Wer die neuen Verfeindungen seitens der USA aufzeigt und aus diesem Grunde für eine neue Entspannungspolitik der Europäischen Union speziell gegenüber Russland plädiert, sollte sich allerdings auch bewusst machen, dass hier schon seit langem mit dem Feindbild „des Westens“ die Militarisierung des Landes und seiner Bevölkerung betrieben wird.

Besonders deutlich wird dies alljährlich am 9. Mai, dem Tag des sowjetischen Sieges über Hitlerdeutschland. In diesem Jahr wurde diese Feier besonders laut und demonstrativ begangen. Statt der üblichen 10 000 Mann marschierten 13 000 Soldaten aller Teilstreitkräfte über den Platz zwischen Kreml, Lenin-Mausoleum, Basilius-Kathedrale und dem Hochglanz-Einkaufstempel GUM. Sie führten teilweise die neuesten Waffen mit sich, die die russische Armee gegenwärtig zu bieten hat, aber auch Traditionelles zu Lande und in der Luft. Begeistert würdigten die russischen Kommentatoren etwa das auf der Parade zur Schau gestellte hochmoderne Panzerfahrzeug „Terminator“. Dieser habe die Testphase in Syrien bestanden und werde nun von den russischen Streitkräften geordert.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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